Internationales Festival für Theater, Performance, Tanz, Kunst
8. – 12. September 2009 — Hafenstrasse 68, Mannheim

Festival

LIEBES PUBLIKUM

Das 6. internationale Festival »Wunder der Prärie«, das zeitraumexit vom 8. bis 12. September veranstaltet, wendet sich mit seinem ironischen Motto »Haltet die Stadt sauber« einer höchst komplexen und facetten­reichen Themenstellung zu.
Es freut mich, dass zeitraumexit, gemeinsam mit seinen ständigen Kooperationspartnern Alte Feuerwache, Mannheimer Kunstverein und Kunstverein Ludwigshafen, bereit ist, dieses spannende Festival experimenteller Kunst auszurichten, durch das unsere Stadt immer wieder ins Blickfeld künstlerischer Innovation gerückt wird. Das dies­jährige Motto, das nur auf den ersten Blick als leicht provinziell anmutender Appell zur Wohlanständigkeit daherkommt, entpuppt sich als brisantes und vielschichtiges Thema, das durch Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlichster Kunstgattungen in deren jeweiliger Ausdrucksform verarbeitet wird. Dabei ist »Wunder der Prärie« ein Geheimtipp für Entdeckungen, denn es bietet auch jungen, bisher
noch nicht bekannten Kunstschaffenden die Möglichkeit, sich einem kundigen Publikum vorzustellen. Allein schon die Liste der Mitwirkenden lässt außergewöhnliche Sichtweisen erwarten: So werden sich Künstlerinnen und Künstler aus Europa aber auch Korea, Kolumbien und den USA dem Publikum präsentieren, zu dem Besucherinnen und Besucher aus dem gesamten Bundesgebiet gehören.
Ich danke den Organisatoren von zeitraumexit, den Kooperationspartnern und allen Künstlerinnen und Künstlern für ihr Engagement und wünsche allen Gästen spannende Entdeckungen und aufregende Festivaltage.
Dr. Peter Kurz
Oberbürgermeister

HALTET DIE STADT SAUBER

Mit diesem unbedingt mehrdeutig gemeinten Satz überschreiben wir unser Festival zum Thema »Müll«. Es scheint zweifelsfrei zu sein, was Müll ist. Hausmüll, Industriemüll, Müll-entsorgung, Müllexport sind vertraute Themen. Fassen wir den Begriff weiter, lassen sich andere Eigenschaften erkennen. Müll ist anstößig; es ist das, was noch da ist, obwohl es schon verschwunden sein sollte. Müll stört die Ordnung oder all jenes, was wir gut und richtig finden. Müll bezeichnet also auch das Andere, das Chaotische, was uns überrumpelt. Aber – wer bestimmt, was stört, was anstößig oder unnötig ist? Wann ist (m)eine Stadt »sauber«?
Insofern bekennen wir uns zum Müll!
Die eingeladenen Künstler und Künstlerinnen untersuchen mit Video­arbeiten, Fotografie, Film, Tanz, Theater und Performances politisch brisante Aspekte des Themas Müll. Sie zeichnen die Risse entlang der Sollbruchstellen nach. Sie graben tief »in den Haufen der Anderen« und befassen sich mit dem, was man oft gerne weg haben möchte.
Gehen Sie mit uns diesen Weg der Entdeckungen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch.
Gabriele Oßwald, Wolfgang Sautermeister, Elke Schmid, Tilo Schwarz